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Empfehlungen 2010: Maissorten für Öko-Betriebe
Für den Maisanbau in Öko-Betrieben stehen mehrere Maissorten mit Saatgut aus ökologischer Produktion zur Verfügung. Über die Maissortenwahl in ökologisch wirtschaftenden Betrieben berichtet im Folgenden Norbert Erhardt von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Sofern vorhanden: Öko-Saatgut vorgeschrieben
Unabhängig vom Anbauverband ist ökologisch wirtschaftenden Betrieben auch im Maisanbau nach EU-Verordnung der Einsatz von Saatgut aus ökologischer Produktion vorgeschrieben. Sofern von einer bestimmten Sorte kein Öko-Saatgut verfügbar ist, kann nach Genehmigung durch die Kontrollstelle auch ungebeiztes, konventionell produziertes Saatgut zur Aussaat kommen.
Maissaatgut gilt als ökologisch produziert, wenn die letzte Vermehrungsstufe, also bei dem Hybridsaatgut die Kreuzung der Linien bzw. Einfachhybriden in einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb erfolgte. Maissaatgut aus ökologischer Produktion ist um ca. 30,- € / Einheit (50.000 Körner) und damit um ca. 40 % teuerer als ungebeiztes, konventionell produziertes Saatgut.
Tabelle erleichtert Übersicht
In der Übersicht sind die Sorten aufgeführt, von denen nach Auskunft der Züchterhäuser bzw. Vertriebsfirmen zur Aussaat 2010 Maissaatgut aus ökologischer Produktion verfügbar ist. Die Mehrzahl der aktuell erhältlichen Sorten standen auch 2009 in den Landessortenversuchen der Landwirtschaftskammer oder wurden bereits in den Vorjahren geprüft.
Maissaatgut aus ökologischer Produktion (Ausschnitt):
In der Tabelle finden Sie nur die Maissorten, die 2009 im Landessortenversuch geprüft wurden.
Die ausführliche Tabelle steht Ihnen im Anschluss als PDF zu Verfügung.
Von diesen Maissorten ist Saatgut aus ökologischer Produktion im Handel |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2009 im LSV* geprüft: S = Silo, K = Korn | ||||||
Sorte |
Vertrieb |
Reifezahl |
||||
Amatus |
Agromais |
S 210 |
K 220 |
S |
K |
|
Amelior |
aga |
ca. S 240 |
K 250 |
K |
||
Fabregas |
KWS |
S 210 |
S |
|||
Farmoso |
FarmSaat |
ca. S 250 |
K 250 |
K |
||
Padrino |
KWS |
S 230 |
K 210 |
S |
K |
|
P 8000 |
Pioneer |
S 230 |
K 230 |
S |
K |
|
PR39F58 |
Pioneer |
S 260 |
K 250 |
S |
K |
|
Ronaldinio |
KWS |
S 240 |
K 250 |
S |
K |
|
Zidane |
Agromais |
ca. S 230 |
K 240 |
K |
||
Reifezahl= ca..: Einstufung nach Züchterangaben |
*Landessortenversuch NRW | |||||
Von diesen Maissorten ist Saatgut aus ökologischer Produktion im Handel >>
(5 KB)
Spezielle Maissortenprüfungen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben werden von der Landwirtschaftskammer NRW nicht mehr durchgeführt, da diese Versuche sehr arbeitsintensiv sind und Sortenempfehlungen auf Grund von Unregelmäßigkeiten im Unkrautdruck bzw. in der Unkrautregulierung in den Versuchen nur bedingt möglich sind.
Aus mehrjährigen Versuchen konnte aber abgeleitet werden, dass auch im Ökoanbau mit den Sorten die besten Ergebnisse erzielt werden können, die in den konventionellen Sortenprüfungen gut zu Recht kommen.
Aufmerksamkeit auch auf Reifezahl richten
Besonderes Augenmerk sollte aber auf die Reifezahl der Sorte gerichtet werden. Frühe Sorten mit entsprechend niedriger Reifezahl erlauben dabei einen gewissen Spielraum hinsichtlich des Aussaattermins bzw. bringen Spielraum für eine bodenschonende Ernte und die Bestellung der Folgefrucht mit sich. Der Einfluss der Maissorte im Ökomaisanbau sollte aber nicht überbewertet werden.
Für den Anbauerfolg viel wichtiger sind sichere Feldaufgänge und eine erfolgreiche Unkrautkontrolle, die eine ungestörte Entwicklung der Maispflanzen ermöglichen. Es ist aber grundsätzlich zu empfehlen sich rechtzeitig um den Saatgutbezug zu kümmern, da Saatgut aus ökologischer Produktion meist nur begrenzt zur Verfügung steht und auch ungebeiztes Saatgut anderer Sorten nicht immer im Handel erhältlich ist.
Günstige Aussaatbedingungen unbedingt nutzen
Mit der Aussaat des ungebeizten Saatgutes sollte erst begonnen werden, wenn Bodentemperaturen von mindestens 8° C nachhaltig erreicht werden. In den vergangenen Jahren stellten sich entsprechende Bedingungen vermehrt schon im April ein, während die Aussaatbedingungen in der zweiten Maihälfte oft deutlich schlechter ausfielen.
In der Praxis hat es sich dann durchaus bewährt, auf die im Ökolandbau verbreitete Vornutzung durch Kleegras zu verzichten. Ziel muss es sein, möglichst zügige Feldaufgänge zu erzielen. Daher ist es in der Regel von Vorteil, wenn zu Beginn einer Schönwetterperiode gedrillt wird.
Erfolgt die Aussaat deutlich später als auf den konventionell bewirtschaftenden Nachbarflächen können daraus auch stärkere Schäden durch Vogelfraß resultieren, wenn die Vögel durch die Frühsaaten der Nachbarn angefüttert werden. Der Druck konzentriert sich anschließend auf die einzelnen später bestellten Ökomaisflächen mit ungeschütztem Saatgut.
Verluste der Unkrautbekämpfung durch Aussaatstärke ausgleichen
Hinsichtlich der Aussaatstärke ist zu berücksichtigen, dass mit der mechanischen Unkrautbekämpfung in der Regel zwangsläufig, meistens unregelmäßige Pflanzenverluste verbunden sind. Dabei kommen oft Jahreseffekte zum tragen, wenn in kalten Jahren bei zögerlicher Anfangsentwicklung der Maispflanzen und gleichzeitig wachsendem Unkrautdruck bis zum Reihenschluss öfter gehackt oder gestriegelt werden muss.
Deshalb sollte besonders im Ökoanbau die Etablierung der Maispflanzen in einzelnen Jahren beobachtet werden bzw. durch Auszählung kontrolliert werden. An mehreren Stellen im Bestand sind dazu die Pflanzen auf 10 Meter Länge in repräsentativen Reihen zu zählen. Aus der ermittelten Pflanzenzahl geteilt durch den Reihenabstand in cm x10 errechnet sich die Bestandesdichte je m².
Die langjährige Abweichung zur Anzahl der ausgesäten Körner sollte zukünftig bei der Bemessung der Aussaatstärke Berücksichtigung finden, wobei sich die angestrebte Bestandesdichte an den Empfehlungen für den konventionellen Anbau orientieren sollte.
Die Ergebnisse der Maissortenversuche aus den vergangenen Prüfjahren unter konventionellen Anbaubedingungen und die Empfehlungen zu den sorten- und standortspezifischen Bestandesdichten können im Internet der Landwirtschaftskammer NRW eingesehen werden >> !
Quelle und Ansprechpartner: Norbert Erhardt, Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0251- 2376-734, E-Mail: norbert.erhardt@lwk.nrw.de
