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Biokaninchenhalter gesucht!
Ziel des Projekts ist es, die Situation der Kaninchenhaltung auf Biobetrieben in Deutschland zu untersuchen und eventuelle Probleme und Entwicklungspotenziale sowie vorhandenen Optimierungs- und Forschungsbedarf aufzuzeigen.
Wissensstand ermitteln
Begleitend soll anhand der relevanten deutschsprachigen Literatur und unter Berücksichtigung aktueller Projekte der Wissensstand zur Biokaninchenhaltung ermittelt werden. Durch einen intensiven Austausch mit Experten und Praktikern im In- und Ausland sollen außerdem vorhandene Erfahrungen gebündelt, Praxisempfehlungen erarbeitet und Umsetzungshürden abgebaut werden.
Modellbetriebe einrichten
Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, Vorarbeiten für eine mögliche zweite Projektphase bzw. die Einrichtung von Modellbetrieben zu leisten. Neben der Beleuchtung von Haltungsansprüchen und -problemen soll auf Aspekte der Tiergesundheit und Tiergerechtheit, der Fütterung, der Rassewahl und der Tierbetreuung, aber auch auf Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung eingegangen werden.
Alternative für Ökobetriebe?
Grundsätzlich spricht einiges für die Etablierung der Kaninchenhaltung als alternativen Betriebszweig für ökologisch wirtschaftende Betriebe. So stammt etwa das in deutschen Supermärkten angebotene Kaninchenfleisch fast ausschließlich aus konventionellen Großbetrieben.
Die dort übliche Haltung in Käfigen auf Draht- oder Kunststoffrosten ist aus Tierschutzsicht inakzeptabel und kam in letzter Zeit in den Medien immer häufiger unter Beschuss. Sowohl Handel als auch Konsumenten suchen daher vermehrt nach tierfreundlichen Alternativen, wie etwa Kaninchenfleisch aus Bioproduktion.
Physiologische Eigenschaften - öko-geeignet?
Gleichzeitig sprechen einige physiologische Eigenheiten des Kaninchens für dessen Haltung unter ökologischen Bedingungen. Im Gegensatz zu Masthühnern und -puten sind Kaninchen in der Lage größere Mengen an Grundfutter zu verwerten.
Sie stehen somit in geringerem Maße in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen und können einen größeren Beitrag zur Kreislauf- und Düngewirtschaft ökologischer Betriebe leisten. Im Vergleich zu Mastgeflügel sind auch die Ansprüche der Kaninchen an die Eiweiß- und Aminosäureversorgung geringer.
Hohe Fortpflanzungsraten und eine hohe genetische Vielfalt erlauben eine betriebsangepasste Zucht sowie eine rasche und flexible Anpassung der Tierzahl an die Nachfrage.
Wertvolles Nahrungsmittel
Die Qualität von Kaninchenfleisch ähnelt dabei bezüglich Fettgehalt, Farbe, Geschmack und Textur jener von Puten- und Hühnerfleisch, zeichnet sich zudem aber durch einen niedrigen Puringehalt und hohe Mineralstoff- und Vitamingehalte aus. Kaninchenfleisch ist leicht verdaulich und eignet sich gut als Diätkost für Kleinkinder, ältere und rekonvaleszente Menschen. Trotz dieser Vorzüge ist Biokaninchenfleisch derzeit am Markt nicht in nennenswertem Umfang erhältlich.
Wie eine Erhebung zur Biokaninchenhaltung in Österreich nahe legt (Mergili, 2004), liegt dies wahrscheinlich im Fehlen richtlinienkonformer und praxiserprobter Haltungssysteme für größere Tierbestände sowie einer geeigneten Schlachtungs- und Vermarktungslogistik begründet.
Zur tatsächlichen Situation und Struktur der Biokaninchenhaltung in Deutschland sind jedoch kaum Informationen vorhanden. Dem stehen die Praxiserfahrungen zahlreicher Kaninchenhalter und die Ergebnisse einzelner wissenschaftlicher Untersuchungen vor allem in Österreich und der Schweiz gegenüber. Dieses Wissen wurde bisher kaum gebündelt. Für weitere gezielte Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungsaktivitäten fehlt daher in Deutschland weitgehend die Basis.
Weitere Informationen zur Datenerhebung >>
Quelle: Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), Weinstraße Süd 51 , 67089 Bad Dürkheim, Tel.: 06322/98970-0, Fax: 06322/98970-1, E-Mail: info@soel.de
